Gedichte / Poems -> Gedichte fur jeden Tag


Pages:  1 2 Nākošā >>

Jeder Mensch trägt eine Maske

Jeder Mensch trägt eine Maske,
nur hat nicht jeder den Mut,
sie abzunehmen.

Auch die kleinste Bewegung
kann Gro0ßes ins Rollen bringen.

Jeder Baum hat eine Seele
wie ein Mensch
der gerade an einem
vorbeigeht.

Du weißt nicht,
wer dein Freund oder Feind ist,
bis das Eis bricht.

Manchmal lohnt es sich,
zu warten,
denn manches Glück kommt
ganz von selbst.

Das Leben ist wie ein Fluß,
man weiß nie,
was es im nächsten Moment
mit sich bringt.

Es ist das tiefe Urvertrauen
in die Familie,
das uns im Laufe der Jahre
auf das eigene Leben
vertrauen lässt.

Alles Neue braucht seine Zeit
wie die Blüte,
sich in voller Pracht zu entfalten.

Innere Zufriedenheit
kommt aus der Stille.

Alte Wege sind wie alte Freunde
in stürmischen Zeiten
geben sie einem festen
Boden unter den Füßen.

Nichts läßt unsere Seele
mehr aufblühen,
als die leuchtende
Kraft der Farben im Frühling.

Man weiß selten,
was Glück ist,
aber man weiß meistens,
was Glück war.

Es sind die kleinen
Glücksmomente,
die unser Herz mit
Wärme erfüllen.

Und je freier
man atmet,
je mehr lebt man.

Nur wer die Kostbarkeit
des Details erkennt,
weiß auch den Wert
des Ganzen zu schätzen.

Abzuheben in den Himmel,
die Last des Alltags loszulassen
und sich an das Schöne zu erinnern,
ist die Freiheit für ein
neues Leben.

Nur in der freien Entfaltung
bewahrt die Natur
ihre Natürlichkeit.

Wer die Nähe zulässt,
kann auch Gefühle empfangen.

Die Romantik des Augenblicks
stiehlt uns heimlich
das Gefühl für Raum und Zeit.

Ars Poetica


Wie jetzt noch ein Gedicht schreiben,
warum nicht endgültig schweigen
und uns viel nützlicheren Dingen widmen?
Warum die Zweifel vergrößern,
alte Konflikte, unverhoffte Zärtlichkeiten
neu durchleben;
dieses Quentchen Lärm
einer Welt hinzufügen
die mehr ist, die es doch nur zunichte macht?
Wird irgendwas klarer durch solch ein Knäuel?
Niemand braucht es,
Relikt vergangener Herrlichkeiten,
wem hilft es, welche Wunden heilt es?

Ich höre auf

Ich höre auf mich zu bemühen,
mich anzustrengen und zu plagen,
ich höre auf nach dem Warum,
nach dem Wohin und Wie zu fragen.

Im Dickicht der vergang’nen Jahre
verlor mein Handeln seinen Sinn,
und ich war blind für die Erkenntnis,
dass ich nicht unersetzbar bin.

Lass mich die Zeiten nur noch atmen,
und nie mehr flüchtig weiter gehn,
am Ende eines jeden Tages
mein Spiegelbild in Frieden sehn.

Bin weder jung noch antiquarisch,
gelassen falte ich die Hände,
hier will ich weilen, will ich staunen,
ich bin am Ziel und nicht am Ende.

Regen

Tausend Tropfen prasseln,
Hundert Gedanken fliegen, flüchten
In den Regen,
Bleiben an all dem Wasser kleben

Jeder jammervolle Tropfen drängt,
Seine Geschichte
In den Kopf,
Auf den er sich senkt

Dieser wusste nichts von alledem,
Der andre alles,
Ewig lang

Sich zum ersten mal gesehn, getroffen
Sind sie nun
Und bleiben immer fort
Eins,
Auch ungewollt

Der Mut

Der Mut zum Leben "ja" zu sagen,
hilft einem auch an Krisentagen,
und ebnet Wege, die zu geh´n,
wir meistens viel zu spät versteh´n,
so kann er jedem einmal nützen,
um neues Leben dann zu schützen.
Mit Zitat antworten

Von einem Sieg

Lass mich einfach Resignieren,
Münde von der Ewigkeit.
Diesen Kampf will ich verlieren
für den Gnadenstoß bereit.

All das Kämpfen und das Ringen,
längst kein Sieger mehr in Sicht.
Ein Ende, das muss ich erzwingen,
letzter Widerstand zerbricht.

Wenn der Nebel sich dann lichtet
und ich dort erschlagen lieg.
Wenn man von der Schlacht berichtet:
Bitte, sprecht von einem Sieg!

Stille

Das vergilbte Klavier
auf dessen Tasten so lang
viel zu lang niemand gespielt
ersehnt den letzten Klang

Der steinerne Speier
trotzt Nass weinend dem Leben
sehnt stimmenlosem Schleier
einen letzten Schrei zu geben

Was hätte letzter Laut im Sinn?
Sind doch die Ohren verschlossen.

Des Hörens kostbarster Gewinn?
Hat sich einfach so erschossen.

Kreise

Sie sitzt hier auf dem Boden,
in diesem leeren Zimmer
und legt aus weißen Blättern
einen Kreis um sich.

Innerhalb lebt all` das,
was in ihr ist und sie selbst.
Außen herum die graue Welt, die nicht versteht,
weil sie nicht hinsieht.

Soviel Geschichten, Worte und Gedanken,
die sich flüsternd ausdehnen in ihrem Kopf.
Ihr Herz voll Liebe, Wärme, in sich selbst geborgen
und ihre Hände halten sicher alles fest.

All die Farben in Momenten, die verwirbeln
ineinander, vermischen und zerfließen,
um sich dann zu trennen, in die Bilder,
die auf weißen Blättern noch zu malen sind.

Augen, die nach innen schauen
und Ohren, die auch leisen Tönen lauschen.
Nichts in diesem Kreis, was sie zerstören kann.
Hier darf sie sein und fühlt sich sicher ganz.

Dann öffnet sich die Tür zu diesem Raum
und er tritt leise ein, setzt sich zu ihr auf den Boden,
erfühlt mit all den Sinnen, die ihm gegeben sind,
will nichts erzwingen und beschreibt kein Blatt.

Er schaut nur hin, nimmt an und wahr,
überschreitet nie die ausgelegte Schwelle,
weil er seinen Kreis nicht über ihren schiebt, sondern
weit außen herum, liebevoll, in seiner eigenen Linie zieht.

Die Glocke

Man hört die Glocke
Bis weit über's Meer
In stürmischer Nacht
Ihr Lichtschein erwacht
Begleitet sie Leben
Mit ihrem himmlischen Klang
Ihrer Insel entgegen

Gütig

Knie nieder in den Staub!
Noch siehst du hier nur ein „ihr“,
Aber ich bin stark und gütig.
Und aus „ihr“ wird so ein „wir“.

Jetzt bin ich dein großer König.
Deine Kraft war schwach wie keine,
Aber ich bin stark und gütig,
Meine Kraft wird so auch deine.

Deine Leiden sind vorbei,
Ohne mich warst du verloren.
Sieh mich an und preise mich,
Denn ich bin zum Gott geboren.

Der alte Mann


Mit eisigem Blick schritt sie durch die Gassen
Beachtete nicht die Menschen in Massen
Kein Gefühl von außen sie jemals erreichte
Für niemanden sich ihr Herz je erweichte

Doch einmal erblickte sie etwas, wonach
Ihr Panzer aus Eis ganz plötzlich zerbrach
Doch war’s kein Jüngling, der von Schönheit so prahlte
Die Aura des Mannes schon längst nicht mehr strahlte

Sein alter Körper sich nur noch langsam bewegte
Doch sah sie ihm an, dass er viel erlebte
Denn zwischen den Falten, in all den Ritzen
Da sah sie Eintausend Geschichten sitzen

So stand lange sie da, wie hypnotisiert
Merkte nicht, dass es längst passiert
Der alte Mann, er war schon von dannen
Er war mit seiner Erinnerung gegangen

Da plötzlich, das Leben neu in ihr erwachte
Mit eiliger Hast auf den Weg sie sich machte
Sie wollte nichts anderes, als den Mann wiedersehen
Warum, das konnte sie selbst kaum verstehen

Sie rannte, als gälte ihr eigenes Leben
Denn für ein Wiedersehen wollte sie alles geben
Doch wie sie auch rannte, nach hier und nach dort
Sie fand ihn nicht wieder, der Mann war fort

Wieder zuhause in einer anderen Stadt
Sie ihn noch immer in ihren Gedanken hat
Und ziehen die Tage und Wochen dahin
Er will ihr einfach nicht mehr aus dem Sinn

So liegt sie in mancher Nacht lange wach
Und denkt über ihn und sein Leben nach
Doch die Unwissenheit ihre Gedanken trübt
Weshalb sie bald in Phantasie sich sehr übt

So erfindet sie ihre eigenen Geschichten
Die vom Leben des alten Mannes berichten
Sie sieht ihn vor sich in jungen Jahren
Als die Mädchen ihn verfolgten in Scharen

Bis er schließlich fand die große Liebe
Nur kurz vor dem Anfang vom schrecklichen Kriege
Der Krieg, der nicht nur Europa zerstörte
Sondern auch ihre Liebe störte

Was hat er dann als Soldat gemacht?
War er beteiligt an grausamer Schlacht?
Oder hat man ihn niemals eingezogen?
Weil er zuvor aus dem Land geflohen?

Doch danach, das weiß sie ganz genau
Fand bald schon

Ratlos

Die Frage ist, wie konntest du?
Die Antwort ist, wie sollte ich?
Die Frage war bis zum Zeitpunkt
der Antwort die einzige die im Raum
stand.
Nun wird der Fräger zum Gefragten
und bemerkt, das eine Frage
eine Entschuldigung sein kann.

bitte helfen Sie Familien, die Hunger leiden

Menschen

Ich bin Menschen begegnet
Denen es bestimmt
schlechter ging als mir.
Die nicht älter waren als ich
Und trotzdem alles beenden wollten.

Einem Jungen, der den Namen seiner Freundin
In seinen Unterarm ritzte. Er war 14.
Einem Jungen der von seiner Mutter verfolgt
Und geschlagen wurde. Gerade 12.
Zwei Mädchen die vergewaltigt wurden,
mit 7 und mit 11,
vom Stiefvater und vom Onkel.
Einer dünnen weiblichen Gestalt,
die zwangsweise durch die Nase ernährt wurde
um sie am Leben zu erhalten. Sie war 10.
Zwei Töchtern eines Vaters,
der im Treppenhaus von der zweiten Stufe stürzte
und wenig später starb. Er wolle
das Fahrrad seiner Tochter reparieren.

Und meinem Vater
Der vor Jahren, eines Nachts einen
Zuckeranfall bekam und aus dem Bett fiel.
Doch sein Hund leckte ihm so lange durchs Gesicht
Bis er wach wurde und Hilfe holen konnte.
Sein Zucker lag bei 400.
Er hätte tot sein können.
Und auch mein Überleben war nicht sicher.
Nach der Geburt so gut wie tot.
Ich musste operiert werden,
sodass ich leben kann.
Mein Vater hat an jedem Tag
ein Foto von mir gemacht.
Als ich ihn neulich Fragte warum er das tat
Sagte er:
„Es hätte auch das letzte Foto sein können.“

Zeit

Allein auf der Parkbank
Passanten rasen vorbei
Menschen auf der Durchreise
Hier und da
ein scheues Lächeln
voller Zufriedenheit
Erklingt ein Lied
in meinem Kopf
lässt mich mitziehen
mit der zeitlosen Masse
Ich lächle,
vor Glück,
Zeit zu haben.

Streit

Gestern
kam ich um die zu warnen
die nicht schätzen
ihre Luft zum Atmen
ihr Wasser zum Trinken
ihren sie liebenden Menschen
Die es nicht Wert zu sein scheinen
Die ihre Gefühle durch Macht unterdrücken
Die kämpfen
um den anderen
für sich selbst
Mit mir umzugehen ist nicht leicht
Fürchte mich
oder
Erhoffe mich
Ich bringe
Unglück und Glück
Ich bringe
Freude und Trauer

Ich muss

die Schminke kaufen
hinter der ich mich
täglich verstecke
damit niemand merkt
wie kleingeschrumpft
meine Träume sind

aber mein warmes Zimmer
umarmt mich träge
hält mein inneres Raunen
zwischen vertraulichen Wänden

Silben tropfen zäh
von gedankenverhangener Decke
wachsen zu Worten
reifen zu Sätzen
nehmen Gestalt an
und werden zu
zweiten Gesichtern geboren
bar jeder Schminke
mutig und frei

Der Traum

Die Stirn drückt ihre Gedanken
Der Körper von endloser Schwere
Sehnsucht setzt neue Schranken
Die Angst vor verletzter Ehre

Sie versucht sich zu erkennen
Sieht stets ihr Spiegelbild
Kann kein Gefühl benennen
Wär gern ihr eigenes Kind

Sie träumt von weiten Flügen
Dem Dasein ohne Grenzen
Kein Leben mehr in Lügen
Sich aus sich selbst entgrenzen

Sie will den Wind verspüren
Das Gefühl, sich nicht zu wehren
Zauber der Natur berühren
Sich selbst endlich verehren

Sie sitzt für sich und träumt allein
Angst vor morgen ist zerronnen
Empfängt den Augenblick, ihr Sein
Im Traum hat Flug begonnen

Pages:  1 2 Nākošā >>

Eurika2004@inbox.lv