Gedichte / Poems -> Gedichte fur jeden Tag


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Illusion

Glänzend wirft der Mond seine Schatten
auf eure kleine Plastikwelt.
Wenn die Marionettenfäden ermatten,
wer lacht dann unter eurem Zirkuszelt?

Euer falsches Puppenlächeln
herrscht mit mir in Dissonanz.
Kannst du mir Luft zufächeln
mit deiner falschen Eleganz?

Dumpf höre ich mein Herz noch pochen,
der einzige Beweis,
dass Gott hat doch zu mir gesprochen,
wenn auch nur leis´!

Betäubt von meinem Seelenloch
frage ich mich still,
wie kann es sein, dass immernoch
ich so leben will?

Inneres Kind

Ich muss mich schützend selbst bemuttern,
um meinen inner’n Frieden kümmern,
mich vom zwingenden Diktat befrei’n
und mir selbst ein weiser Führer sein,

mich mit meinem Selbst anfreunden,
wie ein eigen Kind behandeln,
ihm viel Treue zugestehen
und das Schöne in ihm sehen,

mein Herz auf Händen tragen
und pflegend nach ihm fragen.
Mich stets an’s Seelchen richten
gehört zu meinen Pflichten.

Sternenort

Ich schließ die Augen
Will nichts mehr sehen
Nur noch träumen und schweben

Rein von Sinnen gelenkt
Meiner Außenwelt fremd
Zum Sternenort gehen

Den Moment ergreifen
Zelebrieren, mit ihm verschmelzen
Zum Sternenort reisen
Schweben und relaxen.

Scheinen

Einst war ich Mond und legte meinen kühlen Schatten
im Lauf der Nächte schon auf manches kahle Feld,
ich stand am Himmel als der einsam, fahle Held
und schien mit fremdem Licht auf blühende Rabatten.

Du warst mir Sonne, gabst mir Glanz in jenen Stunden,
die uns entfernt und doch verbunden vorwärts trieben,
mir schien, als würdest Du für meine Folgsamkeit mich lieben?
Ich hatte mich mit Deiner strengen Hitze abgefunden.

Dann kam der Tag, an dem mich Deine Glut verbrannte
und grauer Ascheregen auf die Erde niederfiel,
wie oft seitdem hab ich mich wohl gefragt, ob das Dein Ziel
gewesen ist?

Des fremden Lichts beraubt sah ich das Unbekannte,
und ich erschrak und konnte nun die Nacht ausweinen:
Einst war ich Mond, nun kann ich endlich selber scheinen.

Scheinen

Als Mond zog ich einst einsam meine Runden,
vom Tag war fremdes Licht nur mir geblieben.
Mein Schicksal war, seit langem festgeschrieben,
das Dasein eines fahlen Vagabunden.

Du Sonne gabst mir Glanz in jenen Stunden,
die uns entfernt und doch verbunden trieben
und schienst mich für die Folgsamkeit zu lieben -
mir war als hätte ich mein Glück gefunden.

Dann kam es, dass mich Deine Glut verbrannte
und Ascheregen auf die Erde fiel,
war das wohl das mir vorbestimmte Ziel?

Des Lichts beraubt sah ich das Unbekannte,
erschrak und konnte doch die Nacht ausweinen:
Einst war ich Mond, nun kann ich selber scheinen.

Glück

Du bist nicht das Einzige - und doch alles Wichtige
Du bist immer gewollt, doch niemals erzwungen
Dein Erwerb hat Priorität, ist das absolut Richtige
Bist unaufwiegbar mit Gold, und wardst' oft besungen

Lässt Dich nicht bestechen und Dich nicht betrügen
und kein Philosoph kann ein Rezept für Dich schreiben
Kein einziger kann über Dich frei verfügen
und Deine Beschreibung kennt kein Übertreiben

Hast eine unglaubliche Art, unverhofft zu erscheinen
und jeden den Du triffst mit Deiner Gabe zu segnen.
Oft versuchte man schon, Dich anzuleinen,
doch jedem Versuch kannst Du leichtfertig entgegnen :

"Ich bin das Einzige das zählt, enstehe aus dem Schönen und bin gleichsam dies Licht.
Mein Name ist Glück, mein Motiv nicht erklärlich und kontrollieren kann man mich nicht."

Stein aus Liebe


Ein Stein lag einsam am Wegesrand,
seine „Schönheit“ hatte bisher niemand erkannt.

Ich hob ihn auf und nahm ihn mit;
Seitdem, begleitete er mich, Schritt für Schritt.

Ging seine Wege, gemeinsam mit mir;
Nun verlässt er mich – Ich schenke ihn Dir.

Soll Dich begleiten, auch auf Deinem Weg;
Bis auch Du ihn, aus Liebe, an jemanden weiter
trägst.

Kinderaugen


Was sonst erzeugt so tiefes Glück?
Was könnte mehr zur Freude taugen?
Wahrhaft vom Paradies ein Stück
sind strahlend frohe Kinderaugen,

Sie sagen dir, es geht mir gut,
ich fühl mich sicher, wohl behütet.
Welch Friede in dem Ausdruck ruht!
Welch Glück in Kinderseelen brütet!

Wie traurig und von Furcht druchtränkt,
sind Kinderaugen, wenn sie weinen,
Hilflos, verzweifelt und gekränkt,
im Unglück zu versinken scheinen.

Sie sagen dir, ich brauche dich,
bin hilflos ohne dich, verloren.
Komm hilf mir, lieb und tröste mich,
ich bin zum Fröhlichsein geboren.

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Eurika2004@inbox.lv