Meine Mutter
Kein Vogel sitzt in Flaum und Moos
in seinem Nest so warm
als ich auf meiner Mutter Schoß,
auf meiner Mutter Arm.
Und tut mir weh mein Kopf und Fuß,
vergeht mir aller Schmerz,
gibt mir die Mutter einen Kuss
und drückt mich an ihr Herz.
| Mutterherz
Nun will das Laub der Wind verweh`n,
Matt wird der Sonnenstrahl;
Doch wird`s auch Herbst, mag Alles geh`n,
Mir blüht ein Lenz zumal.
Den bricht kein Wind, den nimmt kein Schmerz:
Es ist mein liebes Mutterherz.
Schlöff` man den Englein auch die Tür
Des Paradieses zu,
Sie suchten dich, o glaub` es mir,
Geliebte Mutter du!
Ich hab` dein Herz und laß es nicht,
Bis meines einst im Tode bricht.
Wohl ist dein Haar, o Mütterlein,
Schon weiß wie Winterschnee,
Doch ist dein Herz voll Rosenschein
Und ohne Dornenweh.
Was will der Herbst, der Erde Schmerz?
Mein Frühling blüht: der Mutter Herz! | Meiner lieben Frau zum Muttertag
Mein Liebes - auch heute noch mein Schatz,
nach mehr als vierzig Jahren,
hast du in meinem Herzen
noch immer einen Logenplatz.
All’ die vielen Jahre
in Freude und im Leide,
durften wir zusammenhalten,
getragen haben wir stets Beide.
Du warst die gleiche, all die Jahre
geändert haben nur die Haare.
Durchzogen heut’ mit leichtem Glimmer,
ziert Dich für mich ein Silberschimmer.
Die Kinder hast Du grossgezogen,
stets gut und böse abgewogen.
Wie oft warst du der sichere Steg,
hast stets gezeigt den richtigen Weg.
So wollen wir uns gemeinsam freuen,
die Jahre müssen wir nicht bereuen.
So werden wir nun langsam alt,
im Herzen aber wird’s nicht kalt.
Für all’ dies lass mich heut’ dir danken,
Besinnung halten in Gedanken.
Ich danke Gott, dass es Dich gibt,
denk’ stets daran: „Ich hab dich lieb“ |
Muttertag steht im Kalender
Muttertag steht im Kalender.
Fragend schaue ich sie an -
die Zeit - Januar bis Dezember.
Die Antwort liegt hier außer Plan:
Ein jeder Tag all dieser Jahre
dort, wo ein Kind die Mutter spürt
ist DAS Geschenk, das Wunderbare:
die Zeit ist niemals minimiert.
Ein Tag, der Mutter zum Gedenken
gilt als Symbol - doch es beschert
dem Mutterherz nur dann Bedenken
wird sonst die Nähe oft verwehrt.
Ein Kind, erwachsen, groß geworden,
steht selbst im Leben für sich ein.
Doch Mutter macht sich immer Sorgen.
Ihr Kind bleibt ewig für sie klein.
Sie sehnt sich oft nach diesen Jahren,
wo es zu jeder Tageszeit
sie brauchte, weil es unerfahren.
Und dann vergleicht sie: Gestern/Heut!
Sieht voller Stolz ihr Werk vollendet.
Sieht, was daraus geworden ist.
Sieht, wie das Blatt sich stetig wendet.
Weiß, was sie fühlt und nie vermisst:
Den Herzsprung zwischen früher/später.
Das Jetzt und auch die Zwischenzeit.
Sie weiß, dass keine Kilometer
dies trennen und spürt, was sie freut:
Dann, wenn sie merkt, nichts war vergeblich.
Dann, wenn sie spürt, es ist ein Glück.
Ihr Nachwuchs bleibt, so nah wie möglich.
Und gibt, was sie verschenkt, zurück!
Amen | Muttertagsspaziergang
Mein Spaziergang heute führt mich
bei verhaltenem Sonnenschein
- an blühenden Wiesen vorbei -
an eines Feldes blumigen Rain.
Dort steht stolz der Löwenzahn
in zahlreichen gelbprallen Blüten,
der auch schon viele Stengel hat,
mit filigranen pustenden Blüten.
In einem der Schrebergärten
liegt auf dem Frauenmantel Tau:
perlende große Wassertropfen,
in deren "Spiegel" ich nun schau`.
Ich habe plötzlich vor Augen,
die Mutter, die ich war und bin -
der Frage, ob ich eine "gute" war,
gilt nun mein Denken, mein Sinn.
Ich denke, ich habe es gemacht,
so gut, ich es konnte, zu der Zeit.-
und bin wirklich auch heute noch -
zu weiteren Hinzulernen bereit. | Mein Mütterlein
Ich hab doch nichts so lieb
wie dich, mein Mütterlein,
es müsste denn der liebe Gott
im Himmel droben sein.
Den lieb ich, weil er dich mir gab
und weil er mir erhält
das allerbeste Mütterlein
auf weiter, weiter Welt. |